die geschichte des daches

Ein "sicheres Dach über dem Kopf zu haben" ist heute für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit.

Der Weg dorthin begann mit einfachsten Mitteln und Materialien. Es entstanden je nach Klima, Zweck und Baustoffen Dachhäuser (Schilfhütten, sogenannte Srefen) und Rundhäuser in unterschiedlichen Ausformungen.

Mit zunehmender Sesshaftigkeit der Menschen und der Ausbildung handwerklicher Techniken entwickelte sich die gesamte Erscheinungsform des Daches in Konstruktion, Struktur und Oberfläche weiter. Durch die Errichtung von Wänden wurde die Funktion von Dach und Raum voneinander gelöst. Eine Vielzahl von Haustypen und Dachformen entstand.

Bei den Ovalhäusern bildete eine Dachform mit kurzem First und halbrunden Walmen eine Einheit mit dem Grundriss. Über rechteckige Grundrisse (Rechteckhäuser), die sich aufgrund ihrer zweckmäßigen Form durchsetzten, entwickelte sich die heute noch übliche Standardform wie Sattel, Pult- oder Zeltdach aus.

Tonnengewölbte Wohnhausdächer aus leichtem Gussbeton mit Vulkanischem Baustoffen stellten die Vorläufer der Großbauten der römischen Kaiserzeit
(Trajansforum, Maxentiusbasilika und Colosseum) dar. Erst im Mittelalter wurden diese Formen wieder aufgenommen und weiter entwickelt.
Hinsichtlich der Dachkonstruktion unterschieden sich im europäischen Raum schon die ersten Häuser (Einraumhäuser).

Typisch für das römisch-bäuerliche Herdhaus war das Rofendach
mit Firstbalken, wohingegen das germanische Haus in der Regel von einem Sparrendach auf Pfostenringgestell überdacht wurde.
Bei der Weiterentwicklung der Häuser kann man von der Entwicklung zweier
Grundkonstruktionen für das geneigte Dach ausgehen:
- Sparrendach
- Pfettendach

Beide Formen sind die Basis für zahlreiche Weiterentwicklungen im Sinne spezieller Beanspruchungen, gängige Beispiele hierfür sind z. B. das Kehlbalkendach, das Hängewerk oder auch das Sprengwerk. Zudem entwickelte sich über die Jahrhunderte zahlreiche Mischformen. Schon im alten Babylonien wurden Ziegeln aus gebrannten Ton verwand. Sogar glasierte Ziegeln wurden hier schon hergestellt. Die ältesten bekannten Tonziegeln Deutschlands sind vom Kloster Altenmünster (8. Jh.). Reiseberichte des Mittelalters schildern Deutschland als Land der Farbigen Dächer.

Ende des 19. Jh. wurde die Dachziegel industrialisiert. Ein Industriezweig der die industrielle Revolution begleitete und heute im Computerzeitalter längst einen Hightechstandard erreicht hat. Die Dachziegeln wurden immer ausgereifter mit Verfalzungen und Wasserstegen, damit immer niedrigere Dachneigungen eingedeckt werden konnten. Ab 1954 liefen die ersten maschinell hergestellten Betondachsteine (zu erst die Köpperner Pfanne und schließlich die bekannte Frankfurter Pfanne) in Deutschland vom Band.

Im heutigen Zeitalter ist ein Dach mehr als nur Schutz vor dem Wetter, es hilft bei der Energie Einsparung durch den Einsatz unterschiedlicher Dämmstoffe und sorgt somit für ein angenehmes Wohnklima.

Abschließend kann man sagen, das Dach ist die Krone des Hauses und verleiht jedem Haus eine individuelle Note.

Quelltexte:
- Braas: Die Geschichte des Daches
- Baunetz wissen